Hauptsitz der DEGI
Bettinastrasse 53-55
Für die DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH wurde ein neuer Hauptsitz geplant.
Das aus den 60er Jahre stammende Gebäude in der Bettinastrasse im Frankfurter Westend wurde komplett von Innen entkernt und neu aufgebaut um modernsten Ansprüchen an heutige Büronutzungen zu genügen.
Die Planung wurde bis hin zur Möblierung von JBA den Gegebenheiten entsprechend entwickelt.
Ein durchgängiges Farbkonzept differenziert die einzelnen Arbeitsbereiche.
Empfangs- und Kommunikationsmöbel wurden entworfen, die den Versprung in der Gesamtfassade als Thema aufnehmen.
Lichtdecken im Foyer- und im Mittelzonenbereich akzentuieren diese und geben ihnen somit eine besondere Aufenthaltsqualität in Bezug auf ihr Akustik und Beleuchtung.
Pressetext (Andrea Goebel)
Außen ein sanftes Facelifting,
innen eine grundlegende
Frischzellenkur
Revitalisierung eines Bürogebäudes im Frankfurter Bankenviertel, 06/2008 - 01/2009
Das Architekturbüro Just/Burgeff Architekten erweckte ein in die Jahre gekommenes Frankfurter Büro-
gebäude zu neuem Leben. Weiße Flächen, eigens für das Objekt entworfene Möbel, eine neue Grund-
risskonzeption sowie eine große Liebe zum Detail machen aus einem muffigen Sechzigerjahreattraktiven Ort für das Arbeiten in einer frischen, motivierenden Atmosphäre.
Charakteristisches wird bewahrt, Ungenügendes komplett neu gestaltet
Ginge man nur nach dem Äußeren, so konnte man dem siebengeschossigen Bürogebäude in
der Bettinastraße im Frankfurter Westend auch schon vor der Erneuerung einen modernen An-
blick bescheinigen: ein weißer Block mit einem markanten Knick in der Fassade, langgestreckte
Fensterbänder sowie die beiden zurückspringenden oberen Geschosse verleihen dem Gebäu-
de ein schiffähnliches, dynamisches, wenig massives Aussehen. Aber nicht nur die klare und
schnörkellose Gestalt überzeugte. Auch die gute Bausubstanz sprach eindeutig dafür, dieses
Gebäude aus den 60er Jahren nicht dem Verfall preis zu geben, sondern es weiter zu nutzen.
Denn ein Neubau kam für den Bauherren, eine Immobilienfondsgesellschaft, nicht infrage.
In einer der gesuchtesten Innenstadtlagen Frankfurts, zwischen großbürgerlicher Gründer-
zeitarchitektur, Wohnbauten der 50er Jahre und den Bürohochhäusern des Bankenviertels, ist
ein Neubau oft nur durch Abriss möglich, was nicht nur wirtschaftlich, sondern auch unter dem
Aspekt der Nachhaltigkeit meist wenig sinnvoll ist.
Im Inneren offenbarte sich ein gänzlich anderes Bild: Düstere, enge Flure, kleine, bedrückende
Zellenbüros, abgegriffene Materialien, eine wenig einladende Eingangssituation sowie Mängel
im Brandschutz, die veraltete Haustechnik, ein fehlender barrierefreier Zugang und die viel zu
kleinen Sanitäreinrichtungen machten eine komplette Umgestaltung und Neukonzeption des
Gebäudeinneren notwendig.
Ein repräsentatives und zukunftsfähiges Bürogebäude sollte entstehen, das unterschiedliche
Büroeinheiten und Bürokonzepte für die Immobilienmanager bietet und eine flexible Nutzung
auch für nachfolgende Mieter zulässt. Besonderes der überholte Grundrissaufbau mit Einzelbü-
ros entlang eines „Behördenflurs“ war zugunsten teamorientierter und transparenter Arbeitsplät-
ze zu überarbeiten. Gleichzeitig sollte der neue Büroaufbau auch Rückzugsmöglichkeiten für ein
individuelles, ungestörtes Arbeiten und vertrauliche Gespräche bereit halten.
Kleine äußerliche Veränderungen machen auf die neue Ar-
chitektur im Inneren aufmerksam
Just/Burgeff Architekten wurden als Generalplaner beauftragt und räumten im Inneren umfas-
send auf: Das Gebäude wurde komplett entkernt und umgeplant. Von der Neuordnung des
Grundrisses über das Farb- und Lichtkonzept bis zur Möblierung sämtlicher Räume lag alles in
der Hand des Frankfurter Architekturbüros.
Ziel war es, die klare blockartige Qualität des Baukörpers und der Fassadengestaltung zu erhal-
ten und im Inneren aufzunehmen.
Das neue, repräsentative Foyer empfängt Mitarbeiter und Gäste nun in einer hellen und ent-
spannenden Atmosphäre. Eine durchgehende Lichtdecke verbindet den außenliegenden Ein-
gangsbereich mit dem Empfang, so dass das Entree optisch verlängert wird. Vor dem Umbau
lag der Eingang zwischen hohen Bambussträuchern völlig versteckt und im Dunkeln. Nun ist er
für Besucher des Unternehmens klar erkennbar; die transparente Gestaltung heißt sie schon vor
dem Betreten des Gebäudes willkommen.
Der Empfangstresen wurde von den Architekten speziell für dieses Gebäude entworfen. Er
besteht aus weißem Corian und zitiert in seiner Form den Versprung der Fassade. Vor dem
schwarzen, leicht strukturierten Hintergrund der Empfangsnische entsteht ein spannender Farb-
und Materialkontrast.
Vom großzügigen Entree gelangt man in die einzelnen Mieterbereiche. Hier knüpfen Just/Burgeff
Architekten an ihr Konzept einer hellen, freundlichen und offenen Arbeitsumgebung an. Viel Glas
und Licht setzten sie ein, um den Mief der alten Büroflure endgültig zu eliminieren. Die Glas-
trennwände zwischen Büros und Fluren lassen Tageslicht bis in die Mittelzonen durch, welches
durch künstliches Licht der Lichtdecke und Pendelleuchten über den Arbeitsplätzen ergänzt wird.
Die Arbeitsflächen befinden sich an den Außenwänden, dazwischen wurde eine Multi-Funktions-
zone eingerichtet. In dieser Mittelzone fassten die Architekten Treffpunkte, Besprechungsplätze,
Garderobe, Kaffee- und Leseecken sowie Kopierer und Technikplätze zusammen. Auch hierfür
entwickelten sie Büromöbel, Einbauschränke und Regalsysteme, mit akustisch wirksamen Ei-
genschaften, die die Ausbreitung des Direktschalls reduzieren und so die Mitarbeiter vor uner-
wünschten Geräuschen schützen. Die Lichtdecke über der Mittelzone trägt ebenfalls zur Verbes-
serung der Raumakustik bei.
Alle Möbelelemente sind in strahlendem Weiß gehalten. Die monochrome Optik wird unterstützt
durch helle Teppichböden in den Arbeitsbereichen und helle Natursteinböden im Empfangsbe-
reich und in den Treppenhäusern.
Das ruhige Bild der hellen Büroetagen wird in jedem Geschoss durchbrochen von Farbflächen,
die jeweils die Sanitärräume und Boxen der Datenverarbeitung akzentuieren. Das Farbspektrum
reicht von Gelb, Orange, Grün bis Blautöne. Diese Flächen sollen zukünftig auch zur Ausstel-
lung von Kunstobjekten genutzt werden.
Die Innenarchitektur orientiert sich am Bestand, ist zurückhaltend und von elementarer Einfachheit
Just/Burgeff Architekten ließen die Fassade des Gebäudes weitgehend unangetastet und setz-
ten auf gestalterische Reduktion und Minimalismus im Inneren. Sie überfrachten ihre Architektur
nicht, sondern setzen auf feine Effekte, konzentrieren sich auf den Kern des Konzepts und ver-
wandeln mit wenigen, aber gezielten Eingriffen das Gebäude in ein Objekt mit einer anregenden
Atmosphäre und modernen Arbeitsplätzen. Genau richtig, um den hohen Anforderungen einer
Fondsverwaltung an qualitativ hochwertige Büroflächen gerecht zu werden.
