Knickpyramide
Kunstinstallation in der Lüneburger Heide
Ein Baukörper in Pyramidenform fasziniert und inspiriert weltweit seit tausenden von Jahren. Jörg Werner Schmidts Pyramide ist nicht aus Stein, sondern aus Holz. Sie dient nicht als Grab- oder Denkmal, sondern stellt ein eigenständiges Kunstwerk dar, ein Objekt zwischen Architektur, Skulptur und Installation. Jörg Werner Schmidt lässt seine Pyramide in einer Höhe von 2,69 Metern abknicken und führt sie dann weiter bis zu einer Höhe von 5,98 Metern. Den Knick hat er bewusst übernommen, er ist nicht konstruktions- oder materialbedingt, sondern geplant. Eine eigenständige, beinahe sanfte Kontur ist so entstanden. Damit wird die allzu erhabene und mit Klischees und Erwartungen befrachtete Bedeutung der „normalen, perfekten“ Pyramide gebrochen. Das Bauwerk beeindruckt nicht durch Monumentalität, sondern durch seine Offenheit. Die Pyramidenoberfläche beginnt circa 10 cm über dem Erdreich, der Boden wurde natürlich belassen. Die Außenhaut besteht aus unbehandelten Holzlatten, dem bevorzugten Material des Künstlers. Der Abstand zwischen ihnen beträgt jeweils 2 cm. Freiraum entsteht, Licht und Luft werden nicht eingeschlossen, nichts wird konserviert. Die gesamte Konstruktion wird ständig der Witterung ausgesetzt, die Pyramide verändert so kontinuierlich ihre Erscheinung. Ihre Haltbarkeit ist begrenzt, 5 Jahre lang soll sie zunächst für Aufmerksamkeit sorgen. Im Inneren, direkt im Zentrum befindet sich eine Klanginstallation von Ferdinand Försch. Dem Auge des Betrachters ist sie verborgen, nur der Klang, ein an- und absteigender Ton, kann wahrgenommen werden. In der Pyramide ist er geschützt, kann sich entfalten und dennoch nach Außen dringen. In der Dunkelheit verwandelt sich die Holzpyramide in eine riesige Leuchtskulptur. Ein warmer Lichtschein erhellt die Konstruktion. Aus dem Inneren der Pyramide dringt das Licht durch die Zwischenräume nach außen. Das Objekt wird nun völlig anders wahrgenommen als bei Tag. Es ist nicht mehr fest verbunden mit der Erde, sondern scheint zu schweben. Es bekommt einen völlig exponierten Status, da es nun nicht mehr der natürlichen Umgebung angepasst ist. Die eigentliche Lichtquelle ist nicht zu erkennen. Die Kunst an sich leuchtet, bringt buchstäblich Licht ins Dunkle. Mehr Infos unter: Knickpyramide.com
